Archiv für Mai 2009

Ausstellungseröffnung

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Tina Roth

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Ausstellungseröffnung am Freitag, den
10. Juli 2009

Beginn 19.30 Uhr, Eintritt frei!

Ausstellungsdauer: 11. Juli – 29. August 2009

Stadtteilbücherei Ost, Schönbühlstr. 88, 70188 Stuttgart

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„Endstation Mauthausen“ – Der lange Leidensweg des Hans Theodor Decker

deckergruppeHans Theodor Decker wurde 1901 im Stuttgarter Westen geboren. 1915 bezog er mit seiner Mutter eine Wohnung in der Kolonie Ostheim. Nach dem Ersten Weltkrieg lernte er im „roten Osten“ die materielle Not der Menschen, den Hunger, die Wohnungsnot und die Arbeitslosigkeit kennen, und er wandte sich dem Kommunismus zu. Als Adolf Hitler am 15. Februar 1933 in der Stadthalle eine Rede an das deutsche Volk hielt, die im Rundfunk übertragen werden sollte, wurde das Übertragungskabel in der Werderstraße unterbrochen. Theodor Decker  war an dieser Aktion, dem sogenannten Kabelattentat, nicht unmittelbar beteiligt, aber er war es, der die Idee hatte, das „starke Kabel“ mit einer Axt zu durchschlagen.

Am 11. März 1933 wurde er nicht wegen seiner Beteiligung am Kabelattentat, sonder wegen seiner Mitgliedschaft in der kommunistischen RGO bei der Post entlassen und in das Schutzhaftlager Heuberg gebracht. Nach seiner Rückkehr im November 1933 betätigte er sich illegal für die KPD. Ein Bekannter zeigte ihn bei der Gestapo an, worauf er im Januar 1935 erneut verhaftet und zunächst ins KZ Dachau gebracht wurde. Im Oktober 1935 verurteilte ihn das Oberlandgericht Stuttgart „wegen eines Verbrechens der Vorbereitung zum Hochverrat“ zu dreieinhalb Jahren Zuchthaus. Nun begann sein langer Leidensweg. Zunächst war er auf dem Hohenasperg inhaftiert, dann im Moorlager Aschendorf im Emsland, von dort kam er nach Berlin-Plötzensee und Berlin-Moabit, wo er in einem Prozess als Zeuge aussagen musste. Von Berlin kehrte er ins Moorlager Esterwege zurück. Zur Haftentlassung wurde er dann wieder nach Stuttgart gebracht. In der für die Entlassung ausgestellten Beurteilung heißt es aber: „Decker war schon in Schutzhaft, hat daraus aber nichts gelernt. Anordnung der Schutzhaft ist notwendig.“ Damit war sein weiterer Werdegang und sein Schicksal besiegelt. Von Stuttgart aus kam er erneut ins KZ Dachau, von dort für einige Monate ins KZ Welzheim und dann wieder zurück nach Dachau. Am 27. September 1939 trat er die letzte Etappe seines Leidensweges an. Der Bestimmungsort war das KZ Mauthausen, wo er am 27. Januar 1940 ermordet wurde.
Von Theodor Decker ist keine Zeile über seinen Aufenthalt in den verschiedenen KZ erhalten. Wer aber weiß, wie skrupellos die SS mit ihren Gefangenen umging, kann nur erahnen, welche erniedrigende, fürchterliche  Behandlung er in all den Jahren erleiden musste.

Vor allem der Jugend sollte an seinem Beispiel gezeigt werden, wie unmenschlich das Nazi-Regime war. Ein Lehrer der Realschule Ostheim hat mit seiner Klasse die Unterlagen gesichtet und für eine kleine Ausstellung aufgearbeitet. Am 19. Mai soll für Theodor Decker in der Schönbühlstraße 78, wo er zuletzt wohnte, ein Stolperstein gelegt und im Anschluss die von den Schülern zusammengestellte Ausstellung in der Stadtbücherei Ost gezeigt werden.

Ausstellungseröffnung 19. Mai 2009

Ausstellungsdauer 19. Mai bis 6. Juni 2009

Ort:

Stadtteilbücherei Ost,  Schönbühlstr. 88, 70188 Stuttgart

Tel.: 0711/216-8105

Di bis Fr 11-19 Uhr/ Sa 10-16 Uhr


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