Die 8. Lange Ost Nacht 2009 findet am Samstag, 25. Juli 2009, ab 18 Uhr statt.
Programmheft als PDF (Achtung: Größe über 3 MB – kann etwas dauern)
Hinweise zu Veranstaltungen
Die 8. Lange Ost Nacht 2009 findet am Samstag, 25. Juli 2009, ab 18 Uhr statt.
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Hans Theodor Decker wurde 1901 im Stuttgarter Westen geboren. 1915 bezog er mit seiner Mutter eine Wohnung in der Kolonie Ostheim. Nach dem Ersten Weltkrieg lernte er im „roten Osten“ die materielle Not der Menschen, den Hunger, die Wohnungsnot und die Arbeitslosigkeit kennen, und er wandte sich dem Kommunismus zu. Als Adolf Hitler am 15. Februar 1933 in der Stadthalle eine Rede an das deutsche Volk hielt, die im Rundfunk übertragen werden sollte, wurde das Übertragungskabel in der Werderstraße unterbrochen. Theodor Decker war an dieser Aktion, dem sogenannten Kabelattentat, nicht unmittelbar beteiligt, aber er war es, der die Idee hatte, das „starke Kabel“ mit einer Axt zu durchschlagen.
Am 11. März 1933 wurde er nicht wegen seiner Beteiligung am Kabelattentat, sonder wegen seiner Mitgliedschaft in der kommunistischen RGO bei der Post entlassen und in das Schutzhaftlager Heuberg gebracht. Nach seiner Rückkehr im November 1933 betätigte er sich illegal für die KPD. Ein Bekannter zeigte ihn bei der Gestapo an, worauf er im Januar 1935 erneut verhaftet und zunächst ins KZ Dachau gebracht wurde. Im Oktober 1935 verurteilte ihn das Oberlandgericht Stuttgart „wegen eines Verbrechens der Vorbereitung zum Hochverrat“ zu dreieinhalb Jahren Zuchthaus. Nun begann sein langer Leidensweg. Zunächst war er auf dem Hohenasperg inhaftiert, dann im Moorlager Aschendorf im Emsland, von dort kam er nach Berlin-Plötzensee und Berlin-Moabit, wo er in einem Prozess als Zeuge aussagen musste. Von Berlin kehrte er ins Moorlager Esterwege zurück. Zur Haftentlassung wurde er dann wieder nach Stuttgart gebracht. In der für die Entlassung ausgestellten Beurteilung heißt es aber: „Decker war schon in Schutzhaft, hat daraus aber nichts gelernt. Anordnung der Schutzhaft ist notwendig.“ Damit war sein weiterer Werdegang und sein Schicksal besiegelt. Von Stuttgart aus kam er erneut ins KZ Dachau, von dort für einige Monate ins KZ Welzheim und dann wieder zurück nach Dachau. Am 27. September 1939 trat er die letzte Etappe seines Leidensweges an. Der Bestimmungsort war das KZ Mauthausen, wo er am 27. Januar 1940 ermordet wurde.
Von Theodor Decker ist keine Zeile über seinen Aufenthalt in den verschiedenen KZ erhalten. Wer aber weiß, wie skrupellos die SS mit ihren Gefangenen umging, kann nur erahnen, welche erniedrigende, fürchterliche Behandlung er in all den Jahren erleiden musste.
Vor allem der Jugend sollte an seinem Beispiel gezeigt werden, wie unmenschlich das Nazi-Regime war. Ein Lehrer der Realschule Ostheim hat mit seiner Klasse die Unterlagen gesichtet und für eine kleine Ausstellung aufgearbeitet. Am 19. Mai soll für Theodor Decker in der Schönbühlstraße 78, wo er zuletzt wohnte, ein Stolperstein gelegt und im Anschluss die von den Schülern zusammengestellte Ausstellung in der Stadtbücherei Ost gezeigt werden.
Ausstellungseröffnung 19. Mai 2009
Ausstellungsdauer 19. Mai bis 6. Juni 2009
Ort:
Stadtteilbücherei Ost, Schönbühlstr. 88, 70188 Stuttgart
Tel.: 0711/216-8105
Di bis Fr 11-19 Uhr/ Sa 10-16 Uhr
Samstag, 16. Mai
15.00 Uhr
Treffpunkt Endhaltestelle der Buslinie 45 Im Buchwald in Gablenberg

Gablenberg und Gaisburg lebten bis ins späte 19. Jahrhundert vom Weinbau. Noch heute wird dort Wein angebaut, der am Ende des Spaziergangs in der Stadtteilbücherei Ost probiert werden kann.
Führung: Dr. Elmar Blessing
Teilnahmegebühr 4,- €
Montag, 11. Mai 2009
Beginn 19.30 Uhr
Der Hörzeit-Abend “Wien bleibt Wien” lädt ein zu einer literarischen Entdeckungsreise durch Österreichs Hauptstadt. Wiener Caféhäuser, Prater, Heuriger und Naschmarkt sind nur einige Stationen auf dem Lesespaziergang durch die unvergleichlich faszinierende Metropole an der Donau. Viele bekannte und renommierte Autoren wie u.a. Peter Altenberg, Otto Friedlaender, Karl Kraus, Alfred Polgar und Stefan Zweig kommen zu Wort. Gelesen von Norbert Eilts (Dein Theater).
Mit kleinen Schmankerln und Wein aus Österreich.
Ort: Stadtteilbücherei Ost, Schönbühlstr. 88, 70188 Stuttgart
Tel.: 0711/216-8105
Samstag, 2. Mai
15.00 Uhr
Treffpunkt Endhaltestelle der Buslinie 45 Im Buchwald in Gablenberg

Gablenberg und Gaisburg lebten bis ins späte 19. Jahrhundert vom Weinbau. Noch heute wird dort Wein angebaut, der am Ende des Spaziergangs in der Stadtteilbücherei Ost probiert werden kann.
Führung: Dr. Elmar Blessing
Teilnahmegebühr 4,- €
Samstag, 25. April
Beginn 15.00 Uhr / Treffpunkt: Zeppelingymnasium Haltestelle U1/U2/U4/U9/U14
Führung: Elmar Kurtz und Gerhard Götze
TN-Gebühr 4,- €
Von Waldorf-Astoria zur Waldorfschule – auf anthroposophischen Spuren im Stuttgarter Osten
Im Stuttgarter Osten entstand auf der Uhlandshöhe die erste von heute mehr als 1000 Waldorfschulen in aller Welt. Zahlreiche anthroposophische Einrichtungen im Stadtteil werden vorgestellt.
Montag, 20. April 2009
Beginn 19.30 Uhr
Eintritt € 5,-
“Der Zweikampf, den man Ehe nennt” – ein literarisches Abbild
Die Ehe ist ein Spielplan mit gleichbleibendem Repertoire. Folglich sollte man wenigstens die Inszenierung ändern.
Federico Fellini
Norbert Eilts von „Dein Theater“ steigt für uns in den Ring und inszeniert schlagkräftig wie gewohnt „Szenen nicht nur einer Ehe“. Mit Tiefschlägen von Wilhelm Busch, Kurt Tucholsky, Rafik Schami, Ephraim Kishon, Robert Gernhardt u. v. a. m.
Stadtteilbücherei Ost
-Eduard-Pfeiffer-Bücherei-
Schönbühlstr. 88
70188 Stuttgart Tel.: 0711/216-8105
Samstag, 18. April
Beginn 15 Uhr
Treffpunkt: Jünglingsbrunnen am Eduard-Pfeiffer-Platz
“Wohnen für kleine Leute” – Die Arbeiter-Villen-Siedlung Ostheim und ihre Folgen
Führung: Dr. Bernd Langner
Der jüdische Bankier Eduard von Pfeiffer hat Ende des 18. Jahrhunderts die jetzt denkmalgeschützte Kolonie Ostheim erbauen lassen und damit Architektur- und Sozialgeschichte geschrieben.
In Kooperation mit dem Bau- und Wohnungsverein
TN-Gebühr: 4,- €
Ausstellungseröffnung
Freitag, 17. April 2009
Beginn 19.30
Eine Ausstellung des ökumenischen Arbeitskreises Erwachsenenbildung Stuttgart-Ost
Text und Gestaltung: Dr. Elmar Blessing
Der Weinbau bildete bis weit ins 19. Jahrhundert hinein die wirtschaftliche Grundlage der Gablenberger und Gaisburger Bürger. In Gaisburg lässt sich der Anbau bis um 1140 und in Gablenberg bis 1275 zurückverfolgen. Die Industrialisierung im 19. und 20. Jahrhundert bot den jungen Leuten bessere und sicherere Einkommen als der Anbau von Reben. Ein Weinberg nach dem andern wurde aufgegeben. Den Rest besorgte der Zweite Weltkrieg, in dem die Gablenberger und die Gaisburger Kelter zerstört wurden.
Zahlreiche Bilder, welche alteingesessene Gaisburger und Gablenberger Bürgerinnen und Bürger aus ihrem Privatbesitz für die Ausstellung zur Verfügung gestellt haben, zeigen die alten Weinlagen, die harte Arbeit im Weinberg aber auch die Wengerter, wie sie im Herbst stolz ihre gelesenen Trauben präsentieren.
Gezeigt wird nicht nur der ehemalige Weinbau, sondern auch die Neuanlagen in Gaisburg und vor allem Gablenberg, wo der Wein- und Obstbauverein Gablenberg in der Sauhalde und die Familien Krämer im Cannstatter Rain neue Weinberge angelegt haben.
Ort:
Stadtteilbücherei Ost – Eduard-Pfeiffer-Bücherei
Schönbühlstr. 88
70188 Stuttgart
Tel.: 0711/216-8105
STADTTEILFÜHRUNGEN ZUM THEMA “WEIN”MIT DR. ELMAR BLESSING
AM SAMSTAG, 2. MAI + SAMSTAG, 16. MAI.
15 UHR
TREFFPUNKT BUCHWALD/ENDHALTESTELLE BUSLINIE 45
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